Der Klimawandel nur ein Hype?

Am Stammtisch, unter Freunden und Bekannten ebenso wie in zahlreichen Foren wird der Klimawandel, ob menschgemacht oder als solches überhaupt, als Hype abgetan (Klimawandelleugnung). Gerne wird dabei auf die in den 1980er-Jahren in den Medien starkt behandelten Themen wie Waldsterben und Ozonloch verwiesen, die mitlerweile auch kein Thema mehr seien.
(Lesen Sie dazu auch: Die Sonne schuld am Klimawandel?)

Dazu kann ich nur sagen: Bildungsfern oder Ignorant!

Ich rufe die Entwicklung des angeblichen ‚Ozonloch‚-Hypes in Erinnerung:

    • 1957
      Die Messungen der britischen Forschungsstation Halley Bay, der erste Hinweise auf eine Schwächung der Ozonschicht über der Antarktis lieferte, wurden weitgehend nicht beachtet
    • 1974
      Die Physikochemiker Mario J. Molina und Frank Sherwood Rowland warnten davor, dasss die Anreicherung der schwer abbaubaren FCKW in der Atmosphäre zu einer wesentlichen weltweiten und ganzjährigen Abnahme der Ozonkonzentration führen wird.
    • 1980er-Jahre
      Das Ozonloch tritt nunmehr jährlich auf: Innerhalb weniger Wochen nach dem Sonnenaufgang in der Antarktis bricht die Ozonkonzentration ein und erholt sich innerhalb weniger Monate.
      Ursache dieser Dynamik ist die Reaktion von Schadstoffen, die auf den Eiskristallen stratosphärischer Wolken gespeichert sind und nach der langen, kalten Polarnacht mit dem Ozon verdunsten. Dabei wird dieses abgebaut.
      Die Grösse des Einbruchs entwickelte sich innerhalb weniger Jahre von wenigen Prozent auf mehr als fünfzig Prozent. Betroffen ist der ganze Polarwirbel, eine Fläche von mehreren Millionen Quadratkilometern, wie die damals beginnende Fernerkundung eindrucksvoll illustrierte.
    • 1987
      Der US-Präsident Ronald Reagan (Republikaner)

      Bisher grösste Ausdehnung des antarktischen Ozonlochs am 24. September 2006

      und die britische Premierministerin Margaret Thatcher (Conservative and Unionist Party) – interessanterweise Personen jener politischen Richtung, aus der heute mehrheitlich Repräsentanten zu vernehmen sind, die den Klimawandel bestreiten oder zumindest, dass der Mensch seinen wesentlichen Beitrag dazu leistet – unterstützen die Einberufung einer internationalen Konferenz. Zweifelsfreie wissenschaftliche Beweise der Ursachen der dramatischen Entwicklung überzeugten damals eine Mehrheit. Als Folge einigte man sich im Montrealer Protokoll auf einen stufenweisen Abbau mehrerer industriell genutzter Chemikalien. Dies führte schnell zu einem weltweiten Verbot von FCKW.

      Ozonschichtdicke 1979 und 2007
    • 2012
      Nach Auswertungen der Messungen wurde am Südpol zum ersten Mal von einer Umkehrung des Ozon-Trends gesprochen: Laut der Leitung des meteorologischen Observatoriums der Forschungsstation Neumayer III sei die Hauptursache dieser Trendumkehrung der Erfolg des weltweiten Verbots von FCKW.
    • 2014
      Nach einem Bericht der Welt-Organisation für Meteorologie (WMO) wird das Ozonloch spätestens im Jahr 2050 kein Thema mehr sein, wenn der Trend anhielte, den die Forschung seit Jahren beobachte.
    • 2015
      Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) informiert über die jüngsten Daten, wonach das Ozonloch über der Antarktis (Südpol) ca. 2,5 Mio. Quadratkilometer grösser als im Vorjahr und sei und etwa 26 Mio. Quadratkilometern (mehr als die Fläche Nordamerikas) erreiche. Dies sei die grösste Ausdehnung seit dem Rekordjahr 2006 (ca. 27 Mio. km²).
    • 2016
      Forscher geben bekannt, dass sich die Ozonschicht, wie

      Entwicklung des Ozonabbaus in der Stratosphäre nach „World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice“ 2017

      seit Jahren vermutet, tatsächlich wieder erholt. Laut ihren Messungen hat sich das Loch im September um etwa 4 Mio. km² verringert, gegenüber dem Wendepunkt zur Jahrtausendwende. Nach Computersimulationen sei höchstens die Hälfte davon auf Wetterschwankungen zurückzuführen. Der Grössenrekord vom Vorjahr sei massgeblich auf den Ausbruch des Vulkans Calbuco zurückzuführen.

    • 2017
      Laut NASA erreichte das Ozonloch mit rund 20 Millionen Quadratkilometern seine geringste Ausdehnung seit dem Jahr 1988. Das schwächer ausgeprägte Ozonloch sei hingegen kein Signal für eine erhoffte schnellere Heilung. Wissenschaftler erwarten die weitgehende Erholung des UV-Schutzes bis etwa 2070; derzeit sei die Konzentration an ozonschädlichen Substanzen in der Atmosphäre noch zu hoch.

Während die Ozonkonzentration in der oberen Stratosphäre seit 1998 wieder zunahm, nimmt die Ozonkonzentration der unteren Stratosphäre zwischen dem 60. Breitengrad Nord und dem 60. Breitengrad Süd kontinuierlich weiter ab. In der unteren Stratosphäre befindet sich der grösste Teil der Ozonschicht. In Summe wurde daher die Ozonschicht dünner. Die Ursachen für dieses Phänomen sind bisher noch nicht erforscht.